Angemessenes Verhalten im Trauerfall - Was bei Beileidsbekundungen zu beachten ist

Angemessenes Verhalten im Trauerfall - Was bei Beileidsbekundungen zu beachten ist
Photo by Kristin Snippe / Unsplash

Der Tod eines Menschen ist immer ein einschneidendes Erlebnis. Umso wichtiger ist es, den Hinterbliebenen in der schweren Zeit der Trauer auf bestmögliche Weise beizustehen. Nicht selten macht sich jedoch Unsicherheit breit, wenn es um den Tod und den Umgang mit selbigem geht. Soll die Anteilnahme direkt nach dem Todesfall ausgedrückt werden oder ist es umsichtiger, die Hinterbliebenen erst einmal in Ruhe trauern zu lassen? Welche Arten der Trauerbekundung sind angemessen und wovon sollte lieber abgesehen werden? Wann ist es angebracht, die Hinterbliebenen persönlich aufzusuchen und wann sollte die Kondolenz in schriftlicher Form erfolgen? Der folgende Artikel hat die wichtigsten Informationen rund um das sensible Thema zusammengestellt und dient somit der Orientierung.

Die mündliche Kondolenz

Wer dem Verstorbenen nahestand, sollte den Hinterbliebenen in jedem Fall persönlich die Beileidsbekundung aussprechen. Eine mündliche Kondolenz ist immer dann angebracht, wenn der Betreffende dem Verstorbenen sehr nahestand.

Entweder kann diese Beileidsbekundung im Anschluss an die Trauerfeier ausgesprochen werden oder ein persönlicher Besuch bei den Hinterbliebenen findet statt. In der Regel wird die Kondolenz nur den engsten Familienmitglieder ausgesprochen. Zudem ist es sehr sinnvoll, sich im Vorfeld ein paar Worte zurechtzulegen, die über das übliche „Mein herzliches Beileid“ hinausgehen. Persönliche Sätze wie: „Ich wünsche Ihnen sehr viel Kraft in dieser schweren Zeit“ oder „Ich fühle mit Ihnen“ beinhalten sehr viel mehr Wärme, als die Standardfloskel. Auch ein ehrliches: “Ich würde Ihnen so gerne etwas Tröstendes sagen, jedoch finde ich einfach nicht die richtigen Worte“ ist durchaus angebracht und vor allem authentisch. Auch eine stumme Geste, wie eine Umarmung oder ein Händedruck können das Beileid bekunden, ganz ohne dass gesprochen werden muss. In einigen Trauerbriefen wird darauf hingewiesen, dass die Hinterbliebenen nicht möchten, dass Trauerbekundungen direkt am Grab ausgesprochen werden. In diesem Fall ist selbstverständlich darauf Rücksicht zu nehmen.

Ist das Erscheinen auf einer Beerdigung nur nach ausdrücklicher Einladung angemessen?

Grundsätzlich erscheinen bei einer Beerdigung nur die Personen, die von den Hinterbliebenen eingeladen wurden. Sind jedoch Zeit und Ort der Trauerfeier im Trauerbrief angegeben, bedeutet dies, dass jeder der diesen Brief bekommt, auch zur Trauerfeier erscheinen darf. Gleiches gilt auch für Trauerbriefe, welche in der Zeitung gedruckt werden und explizit den Ort und die Zeit der Trauerfeier nennen. In diesem Fall steht es der gesamten Leserschaft offen, an der Trauerfeier teilzunehmen. Fehlen diese detaillierten Angaben, sollte der Trauerbrief lediglich als Information über den Tod eines Menschen und nicht als Einladung verstanden werden.

Bildquelle: Pixabay.com; CC

Der Eintrag in das Kondolenzbuch

Auf manchen Beerdigungen liegt ein Kondolenzbuch für Beileidsbekundungen bereit. Jedes Mitglied der Trauergemeinde kann dort mit wenigen Sätzen sein Mitgefühl ausdrücken. Oft sind es Beerdigungen bekannter Persönlichkeiten, wie die von Politikern, bei denen solch ein Kondolenzbuch ausliegt. Die Hinterbliebenen können das Buch nach der Trauerfeier mitnehmen und die Einträge lesen. So haben sie eine weitere Erinnerung an den Verstorbenen. Auch hier sollten sich die Trauergäste im Vorfeld überlegen, was sie in das Kondolenzbuch schreiben möchten und von den typischen Floskeln absehen.

Die Traueranzeige

Beileidsbekundungen können auch durch das Schalten einer Zeitungsannonce erfolgen. Nicht selten entscheiden sich Arbeitgeber für diese Form der Trauerbekundung, wenn ein Mitarbeiter verstorben ist. So wird das Beileid im Namen der gesamten Firma ausgedrückt. Da diese Anzeige von sehr vielen Menschen gelesen wird, ist die richtige Wortwahl besonders essentiell.

Die wichtigsten Tipps für das schriftliche Kondolieren

Kondolenzschreiben gehören zu den häufigsten Arten die Trauer zu bekunden und werden vor allem dann gewählt, wenn das Verhältnis zum Verstorbenen nicht so eng war, dass es einen persönlichen Besuch bei den Hinterbliebenen rechtfertigen würde. Anbei die wichtigsten Kriterien, auf die bei einer schriftlichen Beileidsbekundung geachtet werden sollte:

  • Das Kondolenzschreiben ist innerhalb einer Woche nach Erhalt der Todesnachricht herauszuschicken. Ist dies nicht möglich, etwa, weil die Todesnachricht den Betroffenen erst nach seinem Urlaub erreicht, sollte der Grund für die verspätete Kondolenz angegeben werden.
  • Die schriftliche Kondolenz erfolgt immer per Post und idealerweise in Handschrift, geschrieben mit einem Füllfederhalter. Weißes und hochwertiges Papier ist ebenfalls zu empfehlen, genau wie ein Briefumschlag ohne Sichtfenster. Alternativ kann auch eine schlichte weiße Doppelkarte gewählt werden. Deplatziert wirkt eine handelsübliche Postkarte. Trauerbekundungen per Fax, Emails oder Telefonanrufe sind unangebracht.
  • Stillos sind Karten, die in der Innenseite lediglich die Unterschrift des Absenders benötigen und eine Standard Trauerfloskel auf ihrer Vorderseite tragen.
  • Die wichtigsten Merkmale eines Kondolenzschreibens sind der Ausdruck des Mitgefühls, die Würdigung der oder des Verstorbenen oder auch Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse. Auch tröstende Worte dürfen in einem Kondolenzschreiben nicht fehlen. Dabei sollte auf allzu viel Pathos verzichtet werden. Wer das Schreiben eher einfach, dafür aber ehrlich hält, macht es besser als jemand, der Zitate und Floskeln benutzt, mit denen er sich eigentlich überhaupt nicht identifizieren kann. Auch ein knappes Hilfsangebot kann mehr sagen, als viele Worte. Religiöse Formulierungen sollten nur dann verwendet werden, wenn sicher ist, dass der oder die Verstorbene und die Hinterbliebenen gläubig sind/waren.
  • Sinnsprüche oder Gedichte, die sowohl feinfühlig sind als auch dem Anlass entsprechen, dürfen ebenfalls gewählt werden. Jedoch ist es trotzdem empfehlenswert auch einige persönliche Worte hinzuzufügen.
  • Die Schlussformel „Mit stillem Gruß“ am Ende des Kondolenzschreibens gilt mittlerweile als überholt. Besser ist zum Beispiel „In herzlicher Anteilnahme“ oder auch „Wir sind in Gedanken bei Ihnen“.

Das Beilegen von Geld – eine gute Idee?

Das Beilegen von Geld in einem Kondolenzschreiben ist problematisch. Der Ratgeber zum Thema Kondolieren von Knigge empfiehlt, den gemeinsamen Kauf eines Grabschmuckes oder das geschlossene Erscheinen bei der Trauerfeier dem Beilegen von Geld im Kondolenzbrief vorzuziehen. Schließlich kann die Trauer durch finanzielle Zuwendungen in aller Regel nicht gemindert werden und ehrliche Anteilnahme ist sehr viel tröstender.

Bildquelle: Pixabay.com; CC

Es ist besser, etwas zum Grabschmuck beizusteuern, als Bargeld in den Kondolenzbrief zu legen.

Was ist bei der internationalen Beileidsbekundung zu beachten?

Hat ein Trauerfall im Ausland stattgefunden, kann natürlich ebenso kondoliert werden. Jedoch ist es ratsam, sich erst über die Kondolenzbräuche des jeweiligen Landes zu informieren. Leben auch die Hinterbliebenen im Ausland, sollte der Kondolenzbrief in ihrer Muttersprache verfasst werden. Wer dies nicht vermag, kann das Schreiben auch in englischer Sprache aufsetzen. Die Seite sekada-daily.de bietet verschiedene Beispiele, wie ein Kondolenzschreiben im geschäftlichen Bereich, etwa beim Tod eines Mitarbeiters, in englischer Sprache formuliert werden kann.

Wer seine ehrliche Anteilnahem ausdrückt und sich im Vorfeld Gedanken über seine Worte macht, wird sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form seine Kondolenz angebracht ausdrücken können.

Quellen:

Bildquellen:

© BONIN Foto - Fotolia.com Bild 1
© Pixabay.com (PublicDomainPictures & floristluton) Bild 2 & 3