Grabstein oder Grabmal - das ist zu beachten

Grabstein oder Grabmal - das ist zu beachten

Die Art im Umgang mit Trauer verändert sich. Freie Trauerreden, bunte Farben auf Trauerfeiern oder die immer größer werdende Gedenkkultur im Internet sind nur einige Anzeichen hierfür. Darüber hinaus erhält die Gestaltung von Friedhöfen langsam ein neues Gesicht. Im ganzen deutschsprachigen Raum ist zu erkennen, dass sich immer mehr Familien für ein persönliches Grabmal als Alternative zum klassischen Grabstein entscheiden. Lesen Sie hier mehr über die Unterschiede zwischen Grabstein und Grabmal und was Sie vor der Auswahl beachten sollten.

  • Ursprünge von Grabsteinen und Grabmalen
  • Heutige Grabanlagen
  • Materialien zur Erstellung der Grabmale
  • Kosten für Grabsteine und Grabmale im Vergleich
  • Zukünftige Entwicklungen Vergleichsmöglichkeiten
  • Online Gedenkseiten und physische Grabmale
Grabsteine auf einem Friedhof
Photo by Jonathan Farber / Unsplash

Ursprünge von Grabsteinen und Grabmalen


Seit Jahrtausenden spielen Grabkennzeichnungen eine besondere Rolle bei der Gestaltung von Grabanlagen. Ein besonderes Beispiel sind die in Felsen gehauenen und den Hang hineingebauten Grabanlagen für Pharaonen und hohe Beamte aus dem ägyptischen Tal der Könige oder das Grabmal des Königs Mausolos I., das allen späteren monumentalen Grabmälern seinen Namen gab.

Seit römischer Herrschaft gibt es Grabsteine im Gebiet des heutigen Deutschlands. Ein architektonisch gestaltetes Grabmal war den Germanen zuvor unbekannt. Fest in der griechisch-römischen Kultur verwurzelt, wurde diese Art des Totengedenkens vom aufkommenden Christentum übernommen.
In den darauffolgenden Jahrhunderten bildete sich hieraus ein ganzes Handwerk, das sich auf die Erstellung von Grabkennzeichnung jeglicher Art spezialisierte. Die Gestaltung der Grabkennzeichnung richtete sich hierbei stets stark an den vorherrschenden Baustilen der jeweiligen Epoche. So kamen ab der Neuzeit Grabmale auf, die den Charakter eines weltlichen Denkmals übernahmen. Zudem waren Grabanlagen bis zur frühen Neuzeit nur den oberen gesellschaftlichen Schichten vorbehalten. Da die Fertigung von Grabsteinen schon damals für die breite Bevölkerung sehr teuer war, kennzeichnete ein Großteil ihre Gräber mit Grabkreuzen aus Holz oder Metall. Erst Ende des 19. Jahrhundert wurden Grabsteine der breiten Masse zugänglich.

Heutige Grabanlagen

Seit mehreren Jahren wird ein Rückgang bei der Erstellung von Grabsteinen in Deutschland festgestellt. Gründe hierfür sind unter anderem der kulturelle Wandel, die Scheu vor anfallenden Kosten und neue Rituale für die persönliche Erinnerung. Zudem entscheiden sich mehrere Familien für Gemeinschaftsgrabanlagen oder zur Beisetzung auf anonymen oder teilanonymen Grabfeldern, auf denen keine Grabsteine aufgestellt werden.

Materialien zur Erstellung der Grabmale

Die Materialien für die Erstellung von Grabsteinen und Grabmalen sind vielfältig. So werden für die Erstellung von Grabsteinen verschiedene Steinarten aus der ganzen Welt genutzt. Teilweise gibt es bei der Auswahl des passenden Steins, große preisliche Unterschiede, die durch die Seltenheit und den notwendigen zeitlichen Aufwand für die Bearbeitung des Materials begründet sind.
Für die Herstellung von Grabmalen sind verschiedene Metalle und/ oder Legierungen, wie zum Beispiel Stahl, Rohrstahl, Edelstahl, Bronze, Messing oder Kupfer üblich.

Kosten für Grabsteine und Grabmale im Vergleich

Tendenziell sind die Kosten für Grabmale geringer als die von Grabsteinen. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen handelt es sich bei einem Grabstein stets um ein individuelles Kunstwerk, welches von einem ausgebildeten Steinmetzen und somit von erfahrenen Künstlern angefertigt wird. Zum anderen sind die für einen Grabstein verwendeten Steinsorten vergleichsweise teurer, als die für ein Grabmal verwendeten Metalle oder Legierungen. Zudem sind einige Prozessschritte in der Fertigung eines Grabmals zeitlich weniger aufwendig. Diese Vorteile spiegelt sich oftmals im Preis wider.
Neben der Kosten für Fertigung, Grabeinfassung und Aufbau können weitere Kosten anfallen. Abhängig vom Friedhof werden Gebühren für die Wiederherstellung von Standfestigkeit der Grabanlage und Entsorgung eines Steins nach der Nutzungszeit erhoben. Außerdem fallen individuelle Kosten für das zusätzliche Anbringen von Namen an.
Grabmale existieren heute in den verschiedensten Grundformen. Egal für welches Gedenkmonument man sich entscheidet, die individuellen Kosten sind stark abhängig von den Wünschen der Auftraggeberinnen und Auftraggeber.

Zukünftige Entwicklungen

Als Teil der Gedenk- und Bestattungskultur verändern sich auch die Art der Gestaltung von Grabmälern und Grabsteinen. In einem modernen Grabmal sind heute beispielsweise Bilder und neue Motive eingearbeitet. Früher als ungewöhnliche Grabsteine anmutende Grabmale findet man immer häufiger auf Friedhöfen in ganz Deutschland. Porträts der Verstorbenen, wie auch aufwendige Ornamente, die die Grabmale verzieren, sind bereits auf vielen Friedhöfen zu finden.
Die Gestaltungsmöglichkeiten für ein jedes individuelles Grabmal oder einen besonderen Grabstein werden im wahrsten Sinne des Wortes bunter. Mit dieser Entwicklung verändert sich die Wahrnehmung der Grabanlagen. War das Grab ausschließlich ein Ort der Trauer, verstehen heutzutage viele Familien die Grabanlage als Ort des gemeinsamen Gedenkens und der Begegnung von Menschen im Namen der verstorbenen Person.

Vergleichsmöglichkeiten

Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens kann man online Grabsteine miteinander vergleichen. In zahlreichen Formen und in zunehmender Zahl werden Grabsteine und die Gestaltung ganzer Grabanlagen im Internet angeboten.
Doch Vorsicht, nicht selten ist das niedrigste Angebot nicht unbedingt das passende für die persönlichen Wünsche. Sicherheitsaspekte, wie die Standsicherheit von Grabanlagen spielen bei der Auswahl des Grabmals genauso eine Rolle wie Form oder Material. Hier kann man schnell den Überblick verlieren, sodass eine kostenlose Beratung bei einem Experten hilfreich sein kann.
Am besten richten Sie Ihre Fragen direkt an den Hersteller der unterschiedlichen Grabmalvarianten. Auch können die bisherige Erfahrung und die Einschätzung von Freunden und Familie hilfreich sein.

Online Gedenkseiten und physische Grabmale

Heutzutage begrenzen sich die meisten Angaben am Grab des Verstorbenen auf den Namen, das Geburts- und Sterbedatum. Aus diesem Grund werden schon heute individuelle Grabmäler über QR-Codes mit Online-Gedenkseiten verbunden. Viele Familien, Friedhofsbesucher und Hersteller von Grabanlagen bestätigen, dass die Verbindung zwischen traditionellen Gedenkorten und Online-Gedenkseiten für einen einzigartigen Menschen eine würdevolle und hilfreiche Ergänzung eines passenden Grabmals ist.


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